Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Jaggerstag

Der 25. Juli ist der Namenstag des Heiligen Jakobus des Älteren. Er ist unser Kirchenpatron. Wir feiern das Kirchenpatrozinium. Nicht zu verwechseln mit Kirchweih, das Fest, das wir am 22. Juli in Erinnerung an die Kirchenweihe der nach dem Brand wieder aufgebauten Kirche im Jahre 1760 begehen.

Sicher ist, dass Unken an einem Jakobsweg liegt. Einem der vielen Zubringer zu den Hauptpilgerwegen nach Santiago di Compostella in Nordspanien. Feststeht, dass im Mittelalter die Kirchweihfeiern überhand nahmen. Kein Verein ließ sich so ein Fest in einer Nachbargemeinde entgehen, ständig wurde irgendwo gefeiert und die Arbeit kam zu kurz. So wurde ein einziges Datum für alle Kirchen im Herbst festgelegt, das auch mit dem Erntedank zusammen gefeiert werden konnte. In Unken wird der Jakobitag aber trotzdem mit festlichem Gottesdienst und einem altherge - brachten Jahrmarkt begangen. Der nur einmal im Jahr stattfindende Markt, das war früher ein ganz großes Ereignis für Jung und Alt. Früher, das bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Zeit bevor die Busverbindungen zur Außenwelt nicht nur zahlreicher, sondern auch erschwinglich wurden. Als schließlich die Unkener sogar mit dem eigenen PKW aus dem Saalachtal herauskamen und weiter als bis zur nächsten Bergspitze schauen konnten, als sie nach Lofer nicht nur zum Zahnarzt, nach Zell am See nicht nur in Amtsgeschäften und nach Salzburg nicht nur ins Spital kamen, da gingen auch andere große Fenster zur weiten Welt auf. Heute findet man Unkener auf den höchsten Gipfeln der Erde und an den Stränden aller Ozeane. Bis zur Nachkriegszeit aber, bis in die Fünfziger Jahre, da war der Jaggerstag mit seinen bunten Ständen eine große Sensation.

Für die Bäuerin gabs einen neuen Schürzlstoff, für den Sohn einen Taschenveitl, für die Kinder ein Windradl oder ein Wischperl (Pfeifferl) und für alle vielleicht ein Stückerl vom „türkischen Hene“ (Honig), den der Mann mit dem Fez verkaufte. Ein jeder glaubte sich an ihn vom Vorjahr zu erinnern. Vielleicht war es auch er, der wiederum gerade aus dem Morgenland nach Unken gekommen war. Oder sehen alle Hene- Verkäufer mit einem Fez gleich aus? Heute gibt es den Jahrmarkt immer noch. Er hat sich vom Kirchplatz mittlerweile auf den ehemaligen Lagerplatz verlegt, ist größer geworden, kann aber nie mehr die Faszination von früher haben.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!