Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Das Perchtkreuz

WIR ÜBERQUEREN die „Fritzgass“, des Fritz bauern Zugang zu seiner „Etz“ oder „Ötz“, einem höher gelegenen Grund. Sie lässt dem Weidevieh keine Wahl zwischen zwei Zäunen. Dort, wo die „Gass“ den Wald erreicht, stand bis zur Nachkriegszeit ein Kalkbrennofen. Noch heute stehen Mauerreste. Er hat dem jenseits des Fritzgutes gelegenen Kalchofengut seinen Namen gegeben. Der Wald darüber heißt heute noch Kalchofenwald. Im Kalchofengut befindet sich unser Heimatmuseum.

JETZT GEHEN WIR über das Feld des Perchtbauern.

Auf seinem Dach sehen wir einen kleinen Glockenturm. Heutzutage baut man diese kleinen Türmchen zur Zierde. Früher, als Knechte, Mägde und die ganze Familie auf dem Feld arbeiteten, wurden sie alle mit der Glocke zum Essen gerufen. Mitten im Feld - ein Kreuz. Man erzählt, dass in ewiger Zeit hier niemals gegraben werden dürfe. Eine Erklärung dafür könnte die Vermutung sein, dass hier das Massengrab liegt für die Gefallenen aus dem Jahre 1809. Rund um unsere Kirche gab es schwere Kämpfe mit den Franzosen. Im Pfarrhof gibt es Schriften, die von vielen Toten, aber nur fünf innerhalb der Friedhofsmauer Begrabenen, berichten. Man wusste ja bei den fremden Sol` daten nicht, ob sie getaufte Christen waren.

„Der Percht“ ist ein alter Erbhof, urkundlich bereits 1529 erwähnt. Der Bauer, Ing. Walter Haider und seine Frau Katharina leben hier mit ihren vier Kindern und den Großeltern. Sie haben sich ein hohes Ziel gesetzt. Nach zwanzig Jahren als Nebenerwerbsbauer hat sich Walter Haider entschlossen, wie seine Vorfahren, wieder Vollerwerbsbauer zu werden. Mit der Hilfe seiner Frau, der ganzen Familie und mit einer klaren Philosophie. Als Biobauer! „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ So wird gebetet beim Percht und die ganze Lebenseinstellung beweist die Ehrfurcht vor der Natur und den Früchten der Erde. Sie sorgsam zu bestellen, Tiere ihrer Art entsprechend zu halten, Eingriffe in die Natur wie die Anwendung von Gentechnik und schädlichem Pflanzenschutz abzulehnen, den natürlichen Kreislauf zu achten, das haben sie sich vorgenommen. Strengen Kontrollen des österreichischen Lebensmittelkodex und den EU – Lebensmittel Qualitätsanforderungen sowie der Salzburger Landwirtschaftskontrolle unterwerfen sie ihre Arbeit. Sie entspricht dem Leitbild des Verbands der Bio Bauern „Ernte für das Leben“, dem größten Verband im Bio- Musterland Österreich.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!