Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Der Kreislauf von Gras, Heu und Dung

Die erstaunliche Geschichte der ständig „auffi, umi, eini und abi“ wandernden Herden wird meist durch das zuende gehende Futter, mal grün, mal trocken, bestimmt. Ganz wichtig und nicht auf den ersten Blick zu erkennen, ist der Dung. Man hielt die Tiere auch im Heutal, um dort den Mist zu haben, wo er gebraucht wurde. Hätte man das Heu im Herbst aus den Stadeln auf den Heimhof geschafft, dann hätten die Tiere früher ins Tal gebracht werden können. Dann wäre aber dort der Mist angefallen, den man im Heutal brauchte. Man hätte das Heu und die Tiere im Tal gehabt und den Dung wieder auf den Berg schaffen müssen. Der Vater vom Schneiderbauern hat ihm noch vom Miststöckeln erzählt. Mit Hilfe einer kleinen hölzernen Kiste wurde der frische Mist in viereckige Portionen geformt, mit Hilfe eines kleinen Stockes mit einem Loch versehen und getrocknet. Durch das Loch konnte später ein Strick gezogen werden, mit diesem wurden die getrockneten Mistklötzer auf die Almwiesen gezogen und verteilt. Josef Faistauer, der heute 80jährige „Maurer Sepp“ erinnert sich selber noch an winterliche Schlittenfahrten mit Mistschollen über den alten, steilen Weg von der Hochalm zum Reidherrgott und herunter zum Hausruck. Ein ganzes Bündel von Schollen an Stricken hat er sich an den Schlitten gehängt um die Fahrt zu bremsen. Es blieb ein hartes Stück Arbeit und war nicht ungefährlich! War’s aper (schneefrei), wurde der Mist auch mit dem Bergwagl ausgebracht. Alles bis zu den steilen Mahdern und den steinigen Ötzen hinauf wurde gedüngt und gemäht. Damit das Heidekraut Erika nicht in die zu mähenden Felder hinein wachsen konnte, sind junge Leute zum „Hoadrupfn“ geschickt worden.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!