Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Reither Feuerwehrhaus - Löschgruppe von Reith, gegründet 1894

UNSER WEG FÜHRT ABWÄRTS IN Richtung Bundesstraße, vorbei am kleinen Reither Feuerwehrhaus.

Feuer war immer eine große Gefahr. Der Heilige Florian, der himmlische Feuerwehrmann, hatte alle Hände voll zu tun! Die Gehöfte waren weitgehend aus Holz gebaut und mit Schindeln gedeckt. Bei den hier üblichen Streckhöfen befinden sich der Wohnteil, der Stall und die Bergeräume für Heu, Stroh und Gerätschaften unter einem Dach. Damit ist bei einem Brand immer der ganze Bau gefährdet.

Man konnte hochwassersicher und lawinensicher bauen, vor Feuer aber konnte niemand sicher sein. Wir dürfen davon ausgehen, dass es immer schon viel Nachbarschaftshilfe in den einzelnen, teils weit vom Dorf Unken gelegenen, Ortsteilen gab.

Die Freiwillige Feuerwehr in Unken hatte sich 1894 als Verein gegründet. Bereits in den ersten Aufzeichnungen wird eine Löschgruppe Reith erwähnt. Genauso gab es Löschtrupps am Unkenberg und im Gföll.

Die Löschgruppe Reith bei Unken feierte 1999 ihr 100-jähriges Bestehen. Der Festschrift, verfasst von Josef Friedl sen. und Albin Eder, entnehmen wir die folgenden Daten: Im Jahre 1903 wurde diese Spritzhütte nach den Plänen des Zimmermeisters Hagn aus Lofer erbaut. In der Feuer-Löschordnung für die Gemeinde Unken - Reith steht u.a.: ...alle Hausleute haben Wannen und Jauchetruhen und sonstige, zur Wasserbeförderung ge - eigneten Gefäße, sowie Wägen und Fahrzeuge in Bereitschaft zu halten... ...bei Ausbruch eines Brandes sind durch die Feuerwehrhornisten die bekannten Feuersignale zu geben, ebenso ist durch die Kirchenglo - cken die Bevölkerung aufmerksam zu machen... ...bei großer Gefahr der Weiterverbreitung eines Brandes sind Radfahrer und Eilboten an die nächstliegenden Feuerwehren nach Lofer usw. zu entsenden... ...jeder Pferdebesitzer ist ohne Ausnahme verpflichtet, seine Zugpferde und Wagen zur Verfügung zu stellen...

Im Jahre 1910 zählte die Löschtruppe Reith 35 Mitglieder. Während des Ersten Weltkrieges gehörten zur Löschtruppe auch 12 Frauen. Im Jahre 1950 gab es die erste Motorspritze. Sie kostete mehr als drei Kühe! 1977 bekam der Schlauchturm eine Sirenenanlage, 1987 erhielt der Ortsgruppenkommandant ein Funkgerät.

1998 wurde das Spritzhüttl generalsaniert und seither immer weiter modernisiert. Dank vieler freiwilliger Arbeitsschichten und Spenden ist aus dem einstigen Spritzhüttl ein nach wie vor kleines aber modernes Zeughaus geworden.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!