Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

1935 – Lawinenkatastrophe auf der Hochalm

Das Ende der Trostberger Hütte

Anfang Februar 1935 ging zwischen dem Reiflberg, im Volksmund Hirschegg genannt, und dem Sonntagshorn eine ungefähr 150m breite und 2 bis 3 m tiefe Schneelawine gegen den Lahnersbachgraben ab.

Oberhalb des Almbodens teilte sie sich. Ein Teil fegte über die Alm und zerstörte sieben festgebaute Kaser total. Eine der Hütten war die Trostberger Hütte des Generals a.D. Arno v. Poser, Schlossherr auf Grubhof in St. Martin bei Lofer und Oberrain, Schaden 8.000 S. Dieser ehemalige Oberrainer Kaser war seit 1922 von der Sektion Trostberg des D.Ö. A.V. gepachtet und zu einer Unterkunftshütte eingerichtet worden. Seit Hitler über Österreich die „Tausendmarksperre“ verhängt hatte, war es nicht nur im Heutal sondern auch auf der Hochalm ganz still geworden.

Die Trostberger Hütte war geschlossen. Und das war ein Glück, denn es wurde niemand verletzt, als sie eine Lawine dem Erdboden gleich macht. Vollkommen überraschend traf die Hochalm, ein lawinensicheres Gelände, dieses Unglück.

Die Hölzl Tres war zu dieser Zeit Witterin auf der Hochalm, Wirtschafterin für die Holzknechte. Sie hörte ein gewaltiges und unheimliches Sausen in der Luft, konnte es aber nicht deuten.

Im Keller der Trostberger Hütte aber, da standen die Weinfässer wie immer an ihrem Platz und die gläsernen Zylinder der Petroleumlampen waren unbeschädigt. Die Hütte wurde nie mehr aufgebaut. Die Trostberger hätten das wohl gern getan, aber Oberrain hätte damit sein Almrecht verloren. Arno von Poser hätte die Hütte als Kaser wiederaufbauen und neu verpachten müssen.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!