Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Heimweg über die „Seepromenade“

Stellen Sie sich vor, unser Heimweg führt uns über die „Seepromenade“. In grauer Vorzeit, so wird erzählt, war das Tal der Saalach in Lofer, wohl bei der Teufelsschlucht, und in Unken, wohl im Bereich des Köstler- und Schwaigerbauern, durch gewaltige Felsstürze blockiert und das Wasser staute sich zu großen Seen. Das Reiter Wegl, über das wir jetzt heimgehen, lag am Ufer dieses Sees. In Valentin Pfeifenber gers Schriften finde ich die Vermutung, dass beim großen Erdbeben im Jahre 786 die Wasser der beiden Seen die felsigen Sperren durch brochen hätten und die Saalach, in verschieden hohen Abstufungen, Flatscherfeld, Kaltenbachfeld und Kramerwirtsfeld, im Laufe der fol genden Jahrhunderte zu ihrem heutigen Bett gefunden hätte. Wissenschaftlich bewiesen ist das nicht aber wir haben auf unserem SPAZIERGANG durch dieses „Tal der Geheimnisse“ schon mehrfach Vergnügen an Sagen, Mythen und Vermutungen gehabt. Und so lasse ich Sie jetzt mit noch einer „G’schicht“ nachhause gehen.

Zwei alte Unkener Bäuerinnen sitzen auf der Hausbank. Sieben Kinder hat die eine geboren. Eins hat sie ledig gehabt. Ein Kind ist noch vor dem ersten Geburtstag gestorben. Drei Ziehkinder, ledige aus dem Dorf, hat sie zusätzlich aufgezogen. Die andere hätte 10 Kinder bekommen. Drei Fehlgeburten waren es, ein Kind ist tot zur Welt gekommen.

Beide Frauen hatten früh in ein „Sach“ einge- heiratet. Ja, die Männer waren schon gut zu ihnen. Was haben sie schon erwartet? Arbeit gab es halt viel zu viel. So war es doch immer und überall.

Die Schwangerschaften, das war wohl immer eine bessere Zeit. Nicht, weil man sich auf ein Kind freute, mehr, weil dann die Familie etwas Rücksicht nahm und das Wochenbett, das war dann fast eine Erholung. Nicht nur von der Geburt sondern überhaupt von der harten Arbeit.

Wann das Leben beginnen würde, darüber reden die zwei. Bei der Zeugung oder bei der Geburt.

Da kommt eine dritte alte Unkenerin dazu. „Wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Mann unter der Erde ist.“

Lange denken die zwei darüber nach. Keine widerspricht.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!