Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Norbert Mühlbacher, Zeichner, Maler, Autodidakt

SO, NUN WIRD es aber Zeit, dass wir uns auf unseren SPAZIERGANG machen: Wir gehen am Eingang der Raiffeisenkasse vorbei – Danke für alle Unterstützung – an der Werkstatt von Gerhard Herbst und wenden uns jetzt auf der kleinen Straße nach links.

Die Häuser der BUWOG (Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft für Bundesbedienstete Ges.m.b.H.) wurden um 1958 für die vielen Beamten des Zollamtes, der Gendarmerie und der Grenzpolizei gebaut.

HIER WOHNT der pensionierte Beamte der Zollwache, der Zeichner und Maler Norbert Mühlbacher mit seiner Familie.

Norbert Mühlbacher ist Autodidakt. Seine künstlerische Begabung scheint ihm schon in die Wiege gelegt zu sein. Helmut Plontke, der die ausführlichsten Kritiken und Würdigungen von Mühlbachers Werk verfasst hat, schreibt u.a.: „Mühlbacher besitzt die seltene Gabe des geistigen Sehens. Die Zeichnungen Norbert Mühlbachers, alle seine Figuren, Menschen, Tiere, Pflanzen und Landschaften scheinen dem Jenseits zu entstammen. Es werden auch Zwischenwelten aufgespürt, Irrlichter, Dämmerzustände, Abgründe, deren unermessbare Tiefen nie ganz ausgelotet werden können und im Zwischenbereich bevölkert mit unendlich vielen Geisterwesen, ob Erdgeister oder auch solcher spiritueller, subtilster Wesensart. Mühlbachers magisch-phantastische Aussagekraft, seine Phantasie sind unerschöpflich. Oft gehen sie mit ihm durch. Seine farbigen Gouachen bringen ein glückliches Gegengewicht als Pendant zu seinen Zeichnungen.“

VOR UNS LIEGT der Hofbichl, der früher steil zum Neuhauserstadel hinauf geführt hat.

AM NEUHAUSERSTADEL sehen wir wieder einmal Totenbretter, auf denen man die Schrift leider nicht mehr erkennen kann. Weil das Weichholz dort, wo mit der Schrift Farbe aufgetragen war, etwas langsamer verwittert ist, könnte der Fachmann die nur Bruchteile von Millimetern erhobenen Stellen mit der verblichenen Schrift wieder lesbar machen. Auf solchen Brettern wurden Tote aufgebahrt, bis der Sarg angefertigt worden war. Später wurden sie mit einer Inschrift am Weg aufgehängt, den der Leichenzug genommen hat. Demnach müssten diese Bretter für Verstorbene vom Lohweber, vom Moritz, vom Reitbauern, dem Lahntaler oder vom Emat gewesen sein.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!