Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Arno Wimmer, zweimaliger Weltmeister auf einem Schi

WIR GEHEN WEITER und kreuzen mehrfach den alten Weg. Wo immer wir gehen, der jeweils alte Weg ist immer der steile. Was haben die Alten doch für eine Kraft gehabt!

AN DER BERGSTATION des früheren Schilifts angekommen, finden wir wieder Reste des letzten Sonnwendfeuers. Der Betreiber des ersten Schiliftes war Anton Dürnberger, Elektro – Dürnberger aus Lofer.

Hier erlernte Arno Wimmer als kleiner Bub, auf einem Bein Schi zu fahren, nachdem das Unglück passiert war.

Arno Wimmer, zweimaliger Weltmeister auf einem Schi

Arno Wimmer ist am 17. Juni 1941 in Unken geboren. Seine Eltern sind Gertraud und Martin Wimmer. An seinen Vater kann er sich nicht erinnern, er ist seit 1944 vermisst. Am 18. April 1948, da veränderte sich plötzlich sein Leben.

Da durfte er auf einer Prügelfuhre vom Rauschwald zum Kramerwirt mitfahren. Welcher Siebenjährige hätte daran nicht seinen Spaß gehabt. Das Fuhrwerk hatte Holzräder mit Eisenbändern und auf dem Schotterweg lockerten sich die Ganterklammern, die das Langholz zusammenhielten. Beim (nicht mehr existierenden) Heistlbrunn‘ lösten sich die Stämme der Fuhre, Arno geriet unter die Prügel und eine rostige Ganterklammer riss eine blutige Wunde in seine Wade. Der Fahrer befreite ihn sofort aus dem Holz, nahm der verdutzten Enzinger Tresl, die zu - fällig vorbei kam, das Fahrrad weg, setzte sich mit dem Buben drauf und radelte eiligst zum Doktorhaus. Dr. Manfred Schlederer versorgte die Wunde und schickte Arno Wimmer heim. Drei Tage später kam er nach Salzburg und wurde in der Kinderchirurgie in einer Nacht dreimal operiert. Immer mehr musste er von seinem Bein hergeben, der Gasbrand ging schon bis in seine Bauchhöhle. Arno Wimmer verbrachte 16 Wochen im Krankenhaus und, so sagt er selbst, wurde zum Schrecken der Abteilung. Kaum konnte er das Bett verlassen, ging er auf Entdeckungsreise im ganzen Klinikgebiet, oberirdisch und unter - irdisch. Ständig wurde er gesucht. Bei Visiten war er selten in seinem Zimmer.

Das gehörte schon zu seinem Lebenstraining und mit dieser unbändigen Energie hat er auch die folgenden Jahre gestaltet. Vorerst wurde die erste Klasse der Volksschule wiederholt. Es folgte die Hauptschule in Lofer, die Bundesfachschule für Technik in Wien. Die Ausbildung ging in Richtung Maschinenbau, eine Bürotätigkeit wollte man ihm anbieten. Nichts für Arno Wimmer! In Zell am See arbeitete er als Technischer Zeichner, bei der Fa. Stainer in Lofer als Möbellackierer, schließlich als Gebietsvertreter für eine große Versicherung. 1968 heiratete Arno Wimmer Greti Egger. Die beiden haben eine Tochter, Sabine. Von 1971 bis zu seiner Pensionierung 1993 ist Arno Wimmer Einsatzsekretär und schließlich Bezirksparteisekretär der ÖVP im Pinzgau.

Sein Leben als Sportler ging nach seiner Genesung einfach weiter, nur dass er auf einem Schi fuhr und statt der Schistöcke seine Krücken verwendete, an deren unteren Enden kleine Schier angebracht waren. Seine Sportlerkarriere begann erst mit 20 Jahren im Jahre 1961, als er bei einer Versehrten – Landesmeisterschaft in Bruck an der Glocknerstrasse teilnahm. Ein Schlossermeister aus Gastein baute ihm danach Krücken, die sich nicht mehr verbiegen konnten.

Sein erstes internationales Rennen fuhr er in Granska Gora in Slowenien. Jetzt gehörte er bereits zur Österreichischen Nationalmann - schaft. Von nun ab holte er sich laufend Landesund Staatsmeistertitel in allen Disziplinen. 1972 wurde Arno Wimmer Versehrten - Weltmeister im Riesentorlauf in Courchevelle in Frankreich. 1974 wurde er zum zweiten Mal Weltmeister, diesmal in Meribel in Frankreich. Nicht genug, er holte sich noch den Vizeweltmeistertitel im Abfahrtslauf, die Bronzemedaille im Slalom und den Vizeweltmeistertitel in der Kombination. Mit einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze kam er nach Unken zurück.

1980 fuhr er in Norwegen noch einmal in der Österreichischen Nationalmannschaft, seither fährt er nur noch zu seinem privaten Vergnügen. Arno Wimmer ist auch als Pensionist immer aktiv. Neben gelegentlichen Taxifahrten für Rupert Felser interessiert er sich besonders für Jagd und Fischerei. Jetzt erstaunt uns nicht mehr, dass auch Bergwandern zu seinen Hobbies zählt.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!