Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Wegbeschreibung vom Dorf ins Heutal

WIR FAHREN durch das Dorf, lassen die Kirche rechts und den Heldenfriedhof links liegen und fahren aufwärts über den Eggerbichl. Der Hof des Eggerbauern liegt rechts auf der Anhöhe. Dem früheren Kaser des Eggerbauern werden wir im Heutal begegnen. Auf der Höhe angekommen, befinden wir uns im Ortsteil Boden. Geologisch gesehen ist das der Schwemmkegel des Unkenbaches, der in Richtung Saalach sanft abflacht. Rechts im Feld das Perchtkreuz, das wahrscheinlich über einem Massengrab aus der Zeit der Franzosenkriege steht. Rechts liegt der Bioladen Perchtbauer. Eines der letzten mit Legschindeln und Feldsteinen gedeckte Bauernhaus, das Heimathaus Kalchofengut, liegt zur Linken. Ein Heimatmuseum, das ich Ihnen sehr empfehlen kann...

Der große Hof daneben, der Schrempfbauer hat seinen Kaser auf der Hochalm zur Jausenstation ausgebaut. Davon werden wir später mehr hören. Rechts der Straße liegt der Hof des Fritzbauern. Altbauer Leo Faistauer ist einer der letzten, der noch eine Werkstatt hat, in der er fachgerecht Legschindeln herstellt. Sein Hof wäre wegen eines Kaminfeuers beinahe einmal abgebrannt. Es gab kein Löschwasser aber in der Not hat man mit Jauche gelöscht und das Haus gerettet. Links in der Ferne liegt Schloss Oberrain. Links der Aschl, die Heimat des Aschl Toni, der uns vor seinem frühen Tod viele schöne Schnitzereien hinterlassen hat. Eine der bekanntesten ist der Heilige Jakobus im Bildstock gegenüber der Metzgerei Dornauer an der Hauptstraße. Etwas zurückgesetzt, auf der rechten Seite, der Falterbauer, an dessen Hof die alte Straße vorbeiführte. Der große Brunnentrog vor dem Haus war Tränke für viele Pferde auf ihrem Weg heim oder ins Dorf – damals, als es noch keine Autos gab. Frühe Tankstelle sozusagen! Gleich neben dem Zuhaus mit den Totenläden gibt es eine fast vergessene Mariengrotte, die ehemals am Weg lag. Links zweigen jetzt zwei Straßen ab, zum Unkenberg und in das Auloch. Wir halten uns rechts, sehen die Anlage der Firma Holzbau Herbst und den Hof des Unterhager, auf dessen Grund ober- und unterhalb der Straße während des Krieges eine große Gärtnerei angelegt war. Wir fahren an gepflegten Häusern und unterhalb des Anwesens vom Heistl vorbei über den Heistlbichel. Mit dem Auto ist eine solche Steigung kaum zu spüren aber zu Fuß oder mit dem Fuhrwerk, nicht zuletzt mit dem Fahrrad, ist es doch ein Bichel. Woanders heißt so eine kleine Steigung auch Bühel, in Unken nennen wir das Bichel. Hier gab es früher einen Brunnen am Wegrand, eine weitere Tränke für die vielen Pferde, bevor das Auto die Fuhr werke verdrängt hat.

Rechts im Feld steht der „Wildschütz“ vor dem Hof des Fuchsbauern. Der Name dieses Gästehauses bezieht sich auf das Marterl, das sich vor dem Haus befindet und das vom sagenumwobenen Tatzelwurm berichtet. Hier mündet der Sonnbergweg in unsere Straße. Er zweigt hoch oben am Sonnberg ab und wird hauptsächlich für Talfahrten benützt. Rechts auf der Anhöhe der Brandtnerbauer, links unterhalb der Straße das „Kreuzerdörfl“, eine Ansammlung von Gebäuden, die alle zum Kreuzerbauern gehören. Hier war die Heimat der langjährigen Hebamme Anna Berger, die fast zweitausend Mal Unkener Müttern geholfen hat, ihre Kinder zur Welt zu bringen.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!