Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Die Ölbergkapelle und die Kapelle auf dem Kalvarienberg

DURCH DEN WALD geht es aufwärts. Skurrile Bäume, tot und lebendig, erinnern ein bisschen an Dali oder Miro... Und jetzt ein Weg von rechts. Wer zurück will, könnte nun wieder in’s Tal auf dem Weg zum Buchwaldl. 

WIR GEHEN WEITER zur Ölberg - kapelle. Jetzt gehen die Bergsteiger nach rechts zum Wetterkreuz, zum Peitingköpfl und zum Sonntagshorn. Wunderschöne Touren! 

WIR SPAZIERGÄNGER gehen nach links. Aber zuerst machen wir Rast an der Kapelle. So also sieht Jerusalem aus! Was würde man dort geben, für diese „blaue Donau“! (Das ist doch nicht etwa Kishon’s Blaumilchkanal?) Und Jesus ist so fürchterlich allein gelassen. Fast meint man, hinter der Kapelle lauert Judas. Petrus schläft, der mit dem Schwert. Er verliert im Laufe dieser Nacht die Nerven und haut damit dem Malchus ein Ohr ab. Und der Lieblingsjünger Johannes, er ist der jüngste von allen Aposteln, der Evangelist, was dadurch ganz klar ist, weil er auf dem Buch ein ge - schlafen ist. Vermutlich eine Ausgabe des Alten Testaments. Und der Alte mit dem Bart, das müsste Jakobus sein. Er war ja der älteste der Apostel. An der rückwärtigen Wand ist noch ein goldener Schein zu sehen. Von dort aus reichte ein Engel den Kelch. Der Haken und der Schein sind geblieben, der Engel ist fort! Der Haken an der Decke, ebenfalls mit goldenem Schein, hielt wahrscheinlich den „Heiligen Geist“ als Taube, auch sie ist „fortgeflogen“. So haben wir also einen Ölberg ohne den Kelch, der nicht vorübergehen sollte. Das verändert eigentlich die ganze Heilsgeschichte. 

HIER BEGINNT für gläubige Menschen die Via Dolorosa, der Kreuzweg und bis zur Kapelle begleiten uns die Stationen des Leidens mit ganz ergreifenden Bildern. 

Das Geröll, durch das wir kommen, stammt von einem riesigen, uralten Felssturz. Über uns: die Weiße Wand! Der Bach hat sich in Jahr - tausenden den Abfluss wieder frei geschwemmt aber hier am Hang sieht es schon noch ganz wild aus. Aller dings haben sich Bäume und Felsen irgendwie wieder versöhnt, in alten Baumstümpfen herrscht reges Leben und dazwischen wachsen Brombeeren, Walderdbeeren und Heidelbeeren. 

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!