Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Der österreichische Kaiser reist durch Unken – 1665

WIR ÜBERQUEREN die Asphaltstraße und kommen in einen alten Steinschlag, eine ehemalige Steinlawine, jetzt zugewachsen mit viel Moos, wo Bäume und Steine koexi - stieren. Wir stoßen stumpf auf einen breiten Weg. Hier fehlt z. Zt. die Markierung.

LINKS GEHEN, so führt der Weg zur Bundesstraße am alten Zollamt.

Ein Blick zurück in die Geschichte: Seine Majestät, Kaiser Leopold mit großem Gefolge am Steinpass 21. September 1665 Kaiser Leopold trifft auf seiner Innsbrucker Huldigungsreise mit einem Gefolge von 750 Personen und 1017 Pferden in Salzburg ein, verlässt die Stadt am 27. September 3 Uhr in Begleitung des Fürsterzbischofes Guidobald Graf Thun ( dem wir den schönen Residenzbrunnen verdanken) welch letzterer in Groß - gmain, ersterer in Reichenhall übernachtet. Andern Tags mittags trifft der Fürsterzbischof Guidobald in Lofer ein und reitet dann dem nachts ankommenden Kaiser Leopold bei sehr starken Regenwetter in Begleitung von 2 Fahnen Landvolks zu Fuß, entgegen. Bei der Schanz am Mühleck (Melleck) und am Kniepass ist jeweils Land- und geworbenes Kriegsvolk aufgestellt. Am St. Michaelstag verabschiedet sich der Kaiser vom Erzbischof in Lofer von der Sänfte aus und gestattet nicht, dass der Fürsterzbischof Guidobald bei dem groben Regenwetter ihn bis zum Markstein begleitet. Bis zur Tiroler Landesgrenze geben dem Kaiser nur der Salzburger Oberstallmeister samt 2 Domherren das Geleit während auf dem Pass Strub 40 Schuss groben Geschützes fallen.

29. Oktober 1665 Der Kaiser Leopold trifft nach der Huldigung in Innsbruck um 12 Uhr mittags wieder glücklich in Lofer ein nachdem er vom Fürsterzbischof beim Landmarkstein bewillkommt worden war. Nach eingenommener Mahlzeit begleitet der Fürsterzbischof den Kaiser bis zur bayerischen Grenze am Steinbach in Unken, allwo von Seite Bayerns weder bei der Hin- noch bei der Rükkreise die mindeste Vorkehr zu einem feierlichen Empfange getroffen war.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!