Nach einer unruhigen Zeit – nicht nur im Doktorhaus – folgt als Gemeindearzt Dr. Manfred Schlederer.
Dr. Manfred Schlederer
Manfred Schlederer wurde am 2. Juni 1920 in Blumau bei Bozen geboren. Er stammte aus einer alten Salzburger Familie. Sein Großvater war Direktor der Brauerei Kaltenhausen und sein Vater, Braumeister in Freistadt, Oberösterreich. Nach seiner Jugendzeit in Hallein entschloss er sich früh, nicht in die Fußstapfen seiner Vor - väter zu treten, sondern Medizin zu studieren. Er tat dies in Innsbruck und lernte dort seine spätere Frau, Ina Höllriegl, eine gebürtige Innsbruckerin, kennen. Ina hatte bereits ein Diplom für Sozialpädagogik in Breslau erworben, gab aber ihre eigenen Berufspläne auf und wurde seine Frau.
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Die unmittelbare Nachkriegszeit war vorüber, die Zeiten normalisierten sich langsam, die kleine Landwirtschaft konnte wieder aufgegeben werden. Der rückwärtige Teil des Hauses, früher Stall, wurde eine zeitgemäße Arztpraxis. Mit der Hausapothekenbewilligung wurde die medizinische Versorgung der Bevölkerung deutlich verbessert. Die Arbeit in seiner Gemeinde, für seine Patienten war für ihn zum Lebensinhalt ge - worden. Dafür bekam er 1966 die Ehrenurkunde des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Er versuchte, allerdings ohne Erfolg, für die Kinder aus dem entlegensten Ortsteil Gföll eine Zweigstelle der Schule zu etablieren um ihnen den täglich mehrstündigen Schulweg zu ersparen, den sie im Sommer barfuss machten und nach dem sie im Winter im warmen Klassenzimmer immer einschliefen. 1971 wurde ihm wegen seiner Leistungen im Gesundheitswesen der Titel Medizinalrat verliehen. 1975 bekam er die Silberne Verdienstmedaille des Salzburger Roten Kreuzes. Am 1. Juli 1977 wurde Dr. Manfred Schlederer Ehrenbürger von Unken. Er war Hausapotheken-Präsident für ganz Österreich, Bezirksärzte-Referent und Vorstand der Ärztekammer Salzburg. Ina Schlederer war ihrem Mann immer eine tatkräfige Hilfe und Assistentin, eine engagierte Landarztfrau. Neben ihren Pflichten als Hausfrau und Mutter von fünf Kindern waren ihr alte Menschen ein ganz besonderes Anliegen. Sie begann in Unken zum ersten Mal eine Altenbetreuung aufzubauen, dort, wo es keine Familie gab, welche die Alten auffangen konnte. Am 17. April 1978 war Manfred Schlederers Leben nach einer plötzlich auftretenden, schweren Erkrankung zu Ende. Nach der Aussegnung in Unken wurde er nach Hallein überführt und dort unter großer Beteiligung der Bevölkerung und vieler Ärztekollegen in der Familiengruft beerdigt. In Unken erinnert eine Gedenktafel am Fuße des Kirchturmes, gestaltet vom akademischen Bildhauer Prof. Josef Magnus aus Salzburg an den Mann, der über 30 Jahre lang „insa Dokta“ gewesen ist.
Das alte Doktorhaus ist heute im Besitz der Familie Unseld.
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