Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Der Steinpass, das Steinpasstor, die Pichler Schanze

WIR GEHEN AM ALTEN ZOLLAMT vorbei, verlassen beim Marmorstein mit dem Wappen des Landes Salzburg die Hauptstraße, halten uns links und folgen den Schildern „Melleck“ und „Motzenwirt“. So kommen wir an einem älteren, lang leerstehenden Zollamtsgebäude vorbei und finden am rechten Straßenrand langsam versinkende Begrenzungssteine der alten Straße, von denen es am Kniepass oberhalb des Lukaswirts auch noch einige gibt. Alte Urkunden berichten von einem Schnellgalgen am Steinpass. Er diente als Abschreckung und sollte Schmugglern Angst einjagen. Beim Blick über das Geländer erkennen wir in der Tiefe noch alte Mauern, das Fundament vom alten Steinpasstor. Kein geringerer als der Dombaumeister Santino Solari hat das Steinpasstor im Auftrag des Fürsterzbischofs von Salzburg, Paris Lodron, gebaut. Aus Angst vor dem Krieg, den man später den 30-jährigen nennen wird und dem damit einhergehenden Protestantismus, hat man die Befestigungen im Lande um die Mitte des 17. Jahrhunderts verstärkt.

DIE STRASSE MACHT jetzt eine rechtwinkelige Kurve nach links.

WIR FOLGEN ABER der alten Straße steil bergab. An ihrer tiefsten Stelle überquert sie den uralten Grenzfluss, den Steinbach, der aus dem Sonntagshorngebiet kommt. Im Steinbach gab es früher einen kargen Bauernhof und einen Wetzsteinbruch. Davon ist nichts mehr zu sehen. Wohl aber sind noch Reste der alten Mühle bzw. des alten E-Werkes unterhalb der Fahrstraße zu erkennen, das Ristfeucht mit Strom versorgt hat und auf das der Name Melleck / Mühleck zurückgeht.

Auch der Ederbauer mit seinem alten Namen Edermüller scheint auf eine Mühle am Steinbach zurückzugehen.

Ganz sicher ist, dass es einer Menge Vorspannpferde bedurft hat, jegliche Ware über den steilen Mellecker Berg zu bringen. Und sehr wahrscheinlich ist, dass der Ederbauer und der benachbarte Werfer Vorspannpferde ausgeliehen haben. Man benötigte sie bis über den Bothenbühel hinunter nach Schneizlreuth. Die nächste Fuhre in die entgegengesetzte Richtung brachte die Pferde wieder zurück. Zu den schwersten Fuhren gehörte Langholz, das als Bauholz benötigt wurde und auf dem Wasserweg über die Saalach zu stark beschädigt worden wäre. Es mag wohl auch einen Ausschank beim Ederbauern gegeben haben.

Der Altbauer Johann Fuchs erzählte mir von mehreren hölzernen Halterungen für große Fässer im Keller des alten Hauses. Genau nachgeforscht hat bis jetzt niemand

WIR SEHEN ZWEI Grenzsteine. Mit wenigen Schritten kam man vom Kaiserreich Österreich in das Königreich Bayern. Vielleicht erlaubt es Ihre Zeit einmal, bis Melleck hinaufzugehen, oder hinaufzufahren. Das schön gelegene Anwesen ist zur Zeit nicht als Gasthaus bewirtschaftet. Und die Bäume sind so groß geworden – hatten wir das nicht schon einmal – dass man Unken von der Terrasse aus nicht mehr sehen kann.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!