Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

1926 Ausbau des Eggerkasers

19. Dezember 1926
Josef Wimmer, Eggerbauer, wird die Konzession für das Gast- und Schankgewerbe für seinen Kaser im Heutal erteilt. Er darf jetzt offiziell Getränke an Wanderer ausschenken. Die meisten kommen aus Deutschland, aus Winklmoos oder über den Staubfall, der eigentlich Staubbachfall heißt.

Am Anfang steht da nur der Kaser. Die Ausstattung ist denkbar einfach. Offenes Feuer, sogar oben im Kammerl. Die Wirtschaft wird schnell zu einem beliebten Treffpunkt für Wanderer. Die Hüttenwirtsleut’ Josef Wimmer, genannt Egger Sepp und seine Frau Elisabeth denken bald an einen Ausbau.

Juli 1929
Am Spätnachmittag herrscht bei etwas graulichem Himmel, jedoch klarem Wetter, ein orkanartiger heißer Luftsturm, der in den bereits schwer geschädigten Wäldern des Bayerischen Saalforstes wieder große Windwurfschäden anrichtet.

1929
Das Heutal wird immer beliebter und ist als Wandergebiet bis weit hinaus nach Bayern bekannt. Beim Eggerkaser wird ein Anbau notwendig. Eine Garage wird gebaut, darüber wird ein Touristenlager eingerichtet. Waschhaus gibt es keins, der Waschplatz ist im Freien. Dampfende Kessel neben Eiszapfen im Winter.

Der kleinen Wirtschaft gegenüber wird Torf gestochen. Der Moosbach wird gestaut und in der Grube entsteht ein Moorbad. Als Umkleide - kabine dient eine Bretterwand. Sanfter Tourismus!

Aus Unken muss neben den Getränken auch die ganze Verpflegung ins Heutal gebracht werden. Zum Ziehen der Wagen im Sommer und der Schlitten im Winter wird ein Muli gehalten. Das Eggerross ist während der Woche im Einsatz beim Bayerischen Forstamt. Sonntags wird es für Transporte ausgeliehen.

Viel wird immer noch mit dem Rucksack getragen. Seit ihrem 10. Lebensjahr trägt Moidi mit. „Dojgehn“, Heutalgehen, heißt’s.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!