Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Wechselvolle Jahre für Schloss Oberrain

Den amerikanischen Besitz erbte der Sohn Waldemar, Florence die europäischen Güter. Während der Krisenjahre vor und nach dem Ersten Weltkrieg ging das Bergwerksvermögen verloren. Florence, mittlerweile mit General Arno von Poser und Groß Naedlitz verheiratet, konnte den landwirtschaftlichen Besitz aber weitgehend erhalten.

Das Testament des Vaters enthält neben dem Edelsitz Grubhof in St. Martin 74 Eintragungen von Gütern, Grundstücken und Eigentumsanteilen in der  Gegend von Lofer, St.  Martin, Obsthurn, Gföll, Unken, Oberweißbach, Waidring,  Alm,  Winkel,  Hintertal,  Lichtenberg (Saalfelden) und in den Hohlwegen.

Die  Familie  hatte  wenig Bezug zum Unkener Besitz und überließ ihn, wohl  eher aus freundschaftlicher Verbindung, die über die Pferdezucht entstanden sein mag, dem Rittmeister Erwin Sochatzy und seiner Frau, die mit großem Einsatz von 1920 bis 1940 einen Hotelbetrieb führte. Frau Sochatzy sprach u.a. fließend russisch und tschechisch und es gab viel internationales Publikum in jenen Jahren. Persönlich brachte sie ihre Gäste an den Bus, der immer noch über den oberen Rain fuhr. Die Zeit der Postkutschen war 1911 zuende gegangen, der Ausbau der Straße entlang der Saalach geplant.

Eines der wenigen Bilder aus  der Sochatzy – Zeit zeigt die Hochzeit von Mesi Haesele, der Tochter unseres Arztes Dr. Hans Haesele, mit dem  ehemaligen Hauslehrer Kurt Ludwiczek, die auf Oberrain gefeiert wurde.

Im November 1940 wurde Schloss Oberrain an die NS-Wohlfahrt in Berlin verkauft und im September 1942 zum Müttergenesungsheim umgewidmet. Bei Kriegsende zogen amerikanische Soldaten in das Schloss ein.

Im  März 1947 verließen die Amerikaner das Schloss und im Juli übernahm es eine dänische Kinderhilfsorganisation. Danke
Dänemark, danke Schweden! 

Nach langwierigen Verhandlungen war der Besitz wieder an Florence von Poser zurückgefallen. 1957 kaufte ihn die Salzburger Landesregierung, die die Führung  des Schlosses im Juni  1959 an die österreichische Gesellschaft „Rettet das Kind“ übergab.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!