Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Das Dietrichshorn, Höhlen und Sagen

DAS MARKANTE runde Horn vor uns, gewissermaßen das Wahrzeichen von Unken, das Dietrichshorn, wurde früher schlicht Unkener Hörndl oder Alblhorn genannt. Woher Dietrich kommt, kann mir niemand sagen. Rechts davon sehen wir die Unkenberger Mahder. Was Mahder sind, das wissen wir ja schon! Sagen ranken sich um diesen auffälligen Berg. Er ist voll von Höhlen und diese sollen voll von Gold sein.

Die Goldtraufe im Dietrichshorn

Vom Dietrichshorn erzählt man sich, dass sich an einer Stelle eine Mulde befinde, in welche fortwährend gediegenes Gold durch feine Röhrchen hineinträufle. Nur hie und da soll es einmal einem vom Glücke begünstigten Menschenkinde gelingen, zu dieser Mulde zu kommen und daraus Reichtum zu schöpfen. So manches Mal sind Mutige in Höhlen eingestiegen. Man fand Knochen von abgestürzten Tieren, meist Schafen, man fand Reste von Leitern und einen Baumstamm, an dem die Äste nur soweit abgehackt waren, dass man sie als Tritte zum Klettern benutzen konnte. Der Sprengelarzt Dr. Manfred Schlederer war dabei, damals in den Fünfziger Jahren, als die Bergrettung gegründet wurde. Und Johann Herbst, der Brand Hans, der Erstbesteiger der Alpa Wand in Reith.

Gold haben sie keines nachhause gebracht. Haben es auch nicht gesucht. Es wäre aber auch wohl nicht gefunden worden denn - wenn man es sieht, muss man ganz still sein. Bisher hat jeder, nachdem er es gefunden hatte, zumindest „Ohh!“ ausgerufen. Ja, und da war es weg! Der Brand Hans meint: „I bi lang nimma om gwen. I dad den Stoa nimmer finden, wo’s eini geht, de Bam san aso gwaxn.“ Ja; so bleibt das Gold im Berg. Lassen Sie sich nicht zur Schatzsuche verleiten, es ist viel zu gefährlich!

Wer Interesse an Höhlen hat, dem empfehle ich auf jeden Fall den Besuch der Lamprechtshöhlen bei Weißbach.

Hinter den Unkenberger Mähdern und dem Dietrichshorn liegt die wunderschöne Loferer Alm. Man erreicht sie am besten von Lofer aus, mit dem Sessellift oder über eine Mautstraße. Dort habe ich einen Lieblingsplatz, den ich Ihnen gern verrate: das Schwarzeck.

Sie werden an mich denken, wenn Sie an einem schönen Tag dort sind!

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!