Ein herzliches Danke an die Autorin Christine Becker (†)

Ruperti, Erntedank, Almabtrieb

RUPERTITAG

Am 24. September feiern wir das Fest des Heiligen Rupert und des Heiligen Virgil. Rupertus war der Bischof von Worms, den der baierische Herzog Theodo zuerst nach Regensburg und später nach Salzburg holte. Er starb 720, ist bis heute nicht heilig gesprochen, wird aber immer schon wie ein Heiliger verehrt. Er ist unser Landespatron und steht als Bischof auf der linken Seite unseres Hochaltares. Sein Symbol ist das Salzfass - mit Reichenhaller Salz! Theodo schenkte ihm neben 80 zinspflichtigen Höfen im „Salzburggau“ auch 20 Salzpfannen in Reichenhall. Der Bischof Virgil, ein gebürtiger Ire und Missionar steht auf der rechten Seite unseres Hochaltares, dargestellt mit einer Dom-Miniatur. Er war ab 749 Bischof von Salzburg und hat dort den ersten Dom erbaut. Der 24. September ist der Tag, an dem Bischof Virgil die Gebeine des Rupertus „zur Ehre der Altäre erhoben“ hat. Ein Teil seiner Gebeine liegt in der Stiftskirche von St. Peter in Salzburg und ein Teil seiner Gebeine liegt , wie Virgils Grab, in der Krypta des Salzburger Domes. Am Rupertitag feiern wir unser Erntedankfest. Dieser Tag ist kein offizieller sondern nur ein „kleiner Bauernfeiertag“. Die Unkener Landjugend errichtet eine riesige Erntekrone, die seit Jahren vom Eggerbauern mit seinen schönen Pferden zur Kirche geführt wird. Auf dem Dorfplatz formiert sich die Prozession. Die Kinder, die Jugend, die Musik, die Geistlichkeit, die Feuerwehr, die Kameradschaft, die Schützen, alle mit ihren Fahnen, werden gefolgt von den prächtigen Röcklfrauen und dem Pferdegespann mit der Erntekrone. Und Schaulustigen. Die Landjugend trägt die Erntekrone und die Almschaffeln mit den Früchten vor den Altar. Ernte, sagt der Herr Pfarrer ist alles, was wir in diesem Jahr bekommen haben. Es kann auch der Erhalt des Arbeitsplatzes sein, wofür zu danken ist. Recht hat er!

ALMABTRIEB

Die Tage werden kurz, die Nächte werden kalt, die Alm ist abgeweidet, es wächst nichts mehr nach. Seit Wochen wird an den kunstvollen Gebinden gearbeitet, die die „Kranzküa“, die bekränzten Kühe, beim Almabtrieb auf ihren Köpfen tragen werden. Holzspan wird verarbeitet, Stanniol und Seidenpapier. Stolz tragen sie die Singer, die großen Glocken und sie wissen genau, wie schön sie aussehen!

Es ist der Stolz der Sennerin, dass ihre Tiere prachtvoll aussehen, wenn sie sich auf den Weg machen ins Tal zurück in den heimischen Stall. Der größte Stolz erfüllt sie aber, wenn sie die Tiere sicher und ohne Unfall durch den Sommer gebracht hat, wenn sie keinen „Unreim“ gehabt hat. Natürlich liegt das nicht allein in ihrer Hand, aber es fällt schon irgendwie auch auf sie zurück, wenn es Krankheit im Stall gegeben hat oder wenn ein Tier abgestürzt ist. Dann gehen die Tiere ungeschmückt nach Hause und es herrscht Traurigkeit.

Wir danken außerdem den Erben zur Freigabe des geschichtlichen Werkes der Unkener Spaziergänge!